Ergebnisse

Ergebnisse

Bekleidung 2010

Bekleidung

Partner

Sponsoren/Partner

Tetje talkt

Tetje Mierendorf

Jetzt auch auf

Partner-Events

Partner-Events

















UCI, Live Clean

Vätternrundan - das Radsportfest in Schweden

21. Juli 2009 17:04

Die Vätternrundan im Herzen von Schweden gehört zu den größten Radsportfesten weltweit. Jahr für Jahr nehmen mehr als 20 000 Radsportfreude an der Rundfahrt rund um den Vätternsee teil. Auch in diesem Jahr war die Vätternrundan wieder ein voller Erfolgt. Fahrer aus der ganzen Welt haben sich am ersten Juni-Wochenende auf den 300 km langen Rundkurs begeben, um sich der sportlichen Herausforderung zu stellen und gleichzeitig die schwedische Landschaft zu genießen. Im Vorfeld zu den Cyclassics haben wir uns mit Eva-Lena Frick vom Organisationsteam der Vätternrundan über das traditionelle Radrennen unterhalten.


Frau Frick, wie ist Ihr Resümee der Vätternrundan 2009?

Die diesjährigen Väternrundan war sehr erfolgreich. Insgesamt haben über 25.000 Radfahrer an den unterschiedlichen Rennen teilgenommen. Durch einen neuen Startpunkt direkt am Hafen von Motala haben wir die Attraktivität noch einmal gesteigert. Das Rennen und das Rahmenprogramm konzentrieren sich damit stärker im Stadtzentrum. Viele Teilnehmer haben darauf positiv reagiert und haben nach dem Rennen gesagt, dass die diesjährige Vätternrundan eine der besten war. Wir sind also rundum zufrieden.



Woher kommt eigentlich der Name Vätternrundan und was bedeutet er?

Die Fahrrandtour verläuft um einen See namens „Vättern“ und das schwedische Wort für Strecke bedeutet „Rundan“. Setzt man diese beiden Worte zusammen, erhält man Vätternrundan. Es bedeutet also soviel wie „Vätternseerundfahrt“.


Die erste Vätternrundan fand bereits 1966 statt. Wie ist die Radtour überhaupt entstanden?

Die Idee dazu hatte Sten-Otto Liljedahl, ein Professor und Sportarzt aus Motala, bereits drei Jahre zuvor. Er plante eine wissenschaftliche Studie über die körperliche Leistungsfähigkeit unter sehr großer Belastung und welchen positiven Effekt die richtige Ernährung dabei haben kann. Zusammen mit Ewert Rydell, einem Radhändler aus Motala, wollte er dieser Frage in einen Selbstversuch nachgehen, indem sie die 300 km lange Strecke um den Vättern mit dem Rad absolvierten. Nach 22 Stunden kamen die beiden ins Ziel und legten somit den Grundstein für die Vätternrundan. Bei der Premiere der Rundfahrt im Jahr 1966 fuhren bereits 326 Männer und 6 Frauen mit. Schon ein Jahr später stieg die Teilnehmerzahl auf über 1.000 Fahrer an.


Was macht ihrer Meinung nach den besonderen Reiz der Vätternrundan aus?

Durch die große Teilnehmerzahl und das parallel stattfindende Festival hat sich die Vätternrundan einen guten Namen in und um Motola gemacht. Es zählt heute mit über 20.000 Teilnehmern zu den größten Freizeitradrennen der Welt und ist gleichzeitig seinen Grundwerten treu geblieben. Nach wie vor steht die Vätternrundan für eine gesunde Lebensweise, die Bewältigung von Herausforderung, ein Gemeinschaftserlebnis und natürlich das Radfahren. Gerade diese Mischung aus traditionellen Werten und steter Weiterentwicklung haben dafür gesorgt, dass die Vätterrundan zu einem beliebten Treffpunkt geworden ist, an dem sich Radfreunde aus aller Welt jedes Jahr unter dem Motto „See you in Motala!“ zusammenfinden.


Wie würden Sie den typischen Teilnehmer der Vätternrundan charakterisieren?

Überwiegend nehmen ambitionierte Hobbyfahrer an dem Rundkurs teil, die Herausforderungen suchen und sich stets selbst motivieren, diese auch zu erreichen. Natürlich sind alle Teilnehmer auch begeisterte Radfahrer und fühlen sich unter Gleichgesinnten sehr wohl.


Woher stammen die Teilnehmer?

Die meisten Teilnehmer stammen aus Schweden, gefolgt von fast 2.000 deutschen Fahrern. Traditionell sind auch die anderen skandinavischen Länder stark vertreten. Es gibt aber auch Fahrer aus Süd-Amerika, Asien und sogar Australien, die den weiten Weg auf sich nehmen, um an der Vätternrundan teilzunehmen.


Worauf legen die Teilnehmer besonders Wert?

Hier gibt es verschiedene Motive. Für die meisten Teilnehmer ist es etwas Besonderes, an einem der größten Radrennen der Welt teilzunehmen. Auch der Kontakt zu anderen Radfahrer wird sehr geschätzt. Viele lassen sich auch von der schönen Steckenführung begeistern und freuen sich Jahr für Jahr über ein einzigartiges Event mit hervorragendem Service.


Welche organisatorischen Herausforderungen müssen Sie bewältigen, um einen reibungslosen Ablauf der Vätternrundan zu gewährleisten?

Da die Route um einen See führt, gibt es für uns leider keine Abkürzungen, um die verschiedenen Streckenabschnitte zu erreichen. Auch die interne Kommunikation ist eine Herausforderung. Die meisten Mitarbeiter sind zudem ehrenamtlich tätig.


Wie viele Helfer sind während der Veranstaltung im Einsatz?

Zählt man die Vor- und Nachbereitungsphase mit, sind es fast 4.000 Helfer. Während der Vätternrundan beläuft sich die Zahl der Freiwilligen auf ca. 2.500.


Wie wird das Rennen von den Anwohnern aufgenommen und welchen Beitrag leisten diese für die Volksradtour?

Viele freiwillige Helfer sind Anwohner und Mitglieder in den lokalen Sportvereinen. Auch diejenigen, die nicht aktiv am Renngeschehen teilnehmen, werden von der positiven Stimmung angesteckt. Sie lassen beispielsweise ihre Geschäfte länger geöffnet oder setzten sich mit einem Picknick-Korb an die Strecke, um die Fahrer anzufeuern.


Was erwartet die Teilnehmer der Vätternrundan abseits der Radstrecke?

Neben dem Radrennen hat sich ein umfangreiches Rahmenprogramm mit einer Messe etabliert, auf der lokale Unternehmer ihre Produkte präsentieren.
Darüber hinaus haben die Stadt Motala und das Umland viel zu bieten. Hier findet man nicht nur einige von Schwedens bekanntesten Touristenattraktionen wie beispielsweise den Göta Kanal, den Motala Ström oder dem Varamobadet, Europas größten Badesee, sondern auch schöne Hotels und Restaurants.


Wie werden Sie die Vätternrundan in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Einen Schwerpunkt der Entwicklung legen wir auf die kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit unserer Teilnehmer. Unsere Vision von einer komplett autofreien Stecke wird wohl auch in Zukunft nicht realisierbar sein, aber wir werden weiter daran arbeiten, das Rennen so sicher wie möglich zu machen. Im kommenden Jahr werden die Starter erstmals in Geschwindigkeitsgruppen eingeteilt, was die Stecke noch sicherer macht, da es so zu weniger Überholmanövern kommt. Wir würden uns auch sehr drüber freuen, wenn die Teilnehmer und ihre Begleiter bereits einige Tage vor der Vätternrundan nach Motala kommen würden, um auch das Umland zu erkunden.


Vielen Dank für das Gespräch.


Mehr Informationen zu den Vätternrundan (auch auf Deutsch) finden Sie unter ww.vaetternrundan.se/